Die Literatur ist die angenehmste Art, das Leben zu ignorieren. — Fernando Pessoa


Ohne Titel 2

Diese Erfrischung kam ihm wie gerufen. Der frische Luftzug den der Ventilator ihm in sein Gesicht und um die Haare blies, brachte die dringend notwendige Erfrischung, nach der er sich schon, so kam es ihm zumindest vor, seit Stunden sehnte.
Er schloß die Augen und ließ die Welt, sich, für einen Moment, nicht mehr weiter drehen. Langsam hob er das Gesicht und sah mit geschlossenen Augen
direkt in die Sonne. Den Wind im Gesicht stellte er sich vor, wie er irgendwo am Meer stehen würde. Vor diesem azurblauen Ozean an einer Klippe aus blendend weißen Kreidefelsen. Das steppenartige Gras auf dem Felsen wog sich im Wind vom Meer. Er hörte das Meer rauschen, die rauschende Stille
des Meeres.
Doch schon bald setze sich die Welt wieder in Bewegung. Jäh wurde er aus
seinem Tagtraum gerissen, denn seine Mutter klopfte an der Tür. Staubsaugen wollte sie in seinem Zimmer. Die rauschende Stille. Er blickte aus dem Fenster, hinüber auf die kahlen Betonwände der Plattenbauten von Berlin Marzahn, und öffnete die Tür. Rauschende Stille.

 

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