Einige, die trotz allem ein wenig Achtung für die Schöpferin übrig hatten, erfreuten sich an den großen sowie kleinen Häuschen. Sie erfreuten sich auch an der Wärme, die in dem kleinen Geschäft herrschte, wenn sie sich im Winter, durchgefroren von den verschneiten Straßen Paris, hinein in den Laden flüchteten.
Dann tauchten sie ab in eine Welt, in der alles vollkommen und intakt ist. In der es keine menschliches Leid gab, keine Schmerzen, nur die pure Schönheit der Puppenhäuser. Der Puppenhausladen war für die Menschen eine Quelle der Zerstreuung. Eine sehr willkommener Brunnen der Ablenkung und Verdrängung in einer Welt voll Schmerz, Trauer und Missmut.
Die Besitzerin des Spielzeugladens kannte diese Welt nicht, denn sie lebte in ihren zwei kleinen Zimmerchen direkt über dem Laden. In völlliger Einsamkeit, ohne Kontakt zu anderen Menschen. Der einzige Kontakt, den sie zu Menschen hatte, waren ihre Kunden mit denen sie üblicherweise auch nicht viele Worte wechselte.
Mit ihren perfekten Puppenhäusern und den dazu gehörigen ebenso perfekten Teilen, bildete sie nur ihre eigene perfekte kleine Welt ab, denn die Erschafferin kannte gar keinen Schmerz und Einsamkeit.
Schmerz, dass bedeutete für die Besitzerin einzig und allein, keine Puppenhäuser mehr bauen zu können. Denn das war die einzige Passion der Schöpferin und alles, was ihr in ihrem Leben heilig war.
Einsamkeit, das bedeutete für sie nichts. Absolut nichts. Einsamkeit war kein Begriff für die Besitzerin des Spielzeuggeschäfts.
War. Jetzt ist es.
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