Mit einer unglaublichen Ruhe fuhren er sie durch die dunkle Straßen des 1930er Chicago. Nur das orangefarbene Licht der Straßenlaternen erhellte die Umgebung. Das Fenster zu seiner Linken hatte er einen Spalt geöffnet damit der Rauch seiner Zigarette abziehen konnte. Es war ein frischer Abend im Herbst, der Abend des achtzehnten September. Die Uhr an seinem linken Arm zeigte sechs Uhr siebenundzwanzig am Abend.
Aus dem Radio schallte “I’ll never be free” von Louis Jordan & His Tympany Five und es versetzte ihn in eine wehmütige Stimmung. Er dachte an seine Frau und seine Tochter die vermutlich beide in diesem Augenblick zu Abend aßen. Und er dachte daran, wie er in ungefähr zwei Stunden nach Hause kommen würde, seiner Frau eine Kuss gab und ihr erzählte, dass es wieder so ein ganz normaler harter Tag gewesen sei. Mit keinem Wort wollte er ihr erzählen, was er gleich tun würde. Seine Frau wusste natürlich, in welchem Milieu er tätig war und sie konnte auch vermuten, was er dort den ganzen Tag über tat. Aber sie sprachen nie darüber. Er wollte seine Frau nicht belasten und sie wollte es gar nicht erst wissen. Für die Tochter ging der Vater jeden Tag in einer Fabrik arbeiten. Sie fand dies schon langweilig genug und fragte deshalb nicht weiter nach.
Alle drei Partner die mit ihm im Auto saßen hielten es wahrscheinlich ähnlich mit ihren Familien und ihrem Beruf. Es war eben einfach so.
Und so bog er nun nach rechts in die North Carpenter Street ein. Nach gut fünfzig Metern fuhr er den Wagen an die Seite, hielt an und schaltete den Motor und das Licht ab. Er schmiss noch schnell seinen Zigarettenstummel aus dem Fenster ehe er es schloss und mit den drei anderen Männern aus dem Wagen stieg. Sie sammelten sich um dann in den kleinen Laden auf der anderen Straßenseite zu gehen. Ihre Mäntel wehten im leichten Herbstwind.
Sie klopften nicht an, als sie den Laden betraten. Nur das Glöckchen über der Tür verriet ihre Ankunft. Und es verriet auch wieder ihr Verlassen. Nachdem einer der Männer den Blut verschmierten Baseballschläger in den Kofferraum geworfen hatte fuhren sie wieder los. Er fuhr noch alle Männer nach Hause, da sie alle in der Nachbarschaft wohnten. Schließlich kehrte auch er nach Hause. Die Uhr zeigte acht Uhr neunundzwanzig als er die Wohnungstür aufschloss.
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Oh, das ist gemein. Kurz vorm Ende zieht die Geschichte mich in ihren Bann – und schon ist das Spektakel vorbei.
Diese Geschichte ist sehr stimmig geschrieben!