Gemeinschaft, das kann so vieles heißen. Gemeinsamkeit, fast schon Gleichartigkeit der Protagonisten in diesem System der gegenseitigen Verehrung. Wenn eine Zweckgemeinschaft sich zusammen findet, dann nur um einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Arbeitsgemeinschaften zum Beispiel erfüllen den Zweck der gemeinsamen Arbeit. Im Grunde sind alle Gemeinschaften nur Zweckgemeinschaften. Nicht aber die Hinterhofgemeinschaft. Sie entsteht aus einem Zwang heraus. Dem Zwang der dem Umstand zu verdanken ist, dass alle Balkone eines Wohnblocks zum Hinterhof ausgerichtet sind. Ein Zwang entsteht, die Protagonisten werden auf dem Hinterhof eingepfercht und aufeinander los gelassen. Da fallen dann Abfälle auf den Balkon des Nachbarn der eine Etage tiefer wohnt. Oder der Grillmief zieht nach oben ab und belastet die Nachbarn in den oberen Stockwerken. Und dann ist da noch die allgegenwärtige Präsenz der Überwachung durch die Protagonisten der Hinterhofgemeinschaft, die, getrieben durch ihre Neugierde, ständig und omnipräsent auf des Nachbarn Balkon gaffen.
So stellt sich nun heraus, dass auch die Hinterhofgemeinschaft eine Zweckgemeinschaft ist. Nämlich eine, die unter dem Zwang der gegenseitigen Gängelung und Belästigung dem Zwecke des bei Laune Haltens seiner Protagonisten dient.
Drucken | Tags: dunkel, Gemeinschaft, Intermezzo, Menschen