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	<title>ohne_titel &#187; dunkel</title>
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	<description>Irgendwas mit Worten.</description>
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		<title>Glanzlos</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2010 21:53:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da stand er nun. Mitten in diesem Raum, kahl, weiße Wände, zerlatschte alte dunkle Dielen und keine Zierleiste am Boden. Es war dunkel draußen, das konnte er sehen, durch die großen Fenster. Zwei Fenster zum öffnen, bevor man an der Luft war. Ganz hinten rechts an der Wand stand ein alter Holzstuhl, ebenfalls weiß, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da stand er nun. Mitten in diesem Raum, kahl, weiße Wände, zerlatschte alte dunkle Dielen und keine Zierleiste am Boden. Es war dunkel draußen, das konnte er sehen, durch die großen Fenster. Zwei Fenster zum öffnen, bevor man an der Luft war. Ganz hinten rechts an der Wand stand ein alter Holzstuhl, ebenfalls weiß, aber mit abblätternder Farbe. Darunter kam das dunkle braune Holz zum Vorschein.</p>
<p>Und das soll es nun also gewesen sein? Drei Jahre, acht Monate und vierzehn Tage. Davor war alles anders, nicht leichter, aber unbekümmerter.</p>
<p>An der Decke hing eine einzelne Glühbirne, nicht weiß sondern gelblich strahlend, in einer Fassung an einem langen weißen Stromkabel. Der Raum war kalt, der Atem aus seiner Nase verwandelte sich sogleich in aufsteigenden Rauch, doch er wirkte warm und heimelig. Ein paar Regale an der Wand, dazu einige schöne Bilder, Landschaftsmalerei, und ein Sessel zum sitzen. So stellte er sich diesen Raum vor. Als Bibliothek würde er sich vorzüglich eignen. Viel Licht zum Lesen, viel Platz zum Stellen. So viel Platz war ihm gänzlich neu. Noch vor einigen Tagen, da war alles gedrängt, eng, stickig, wahrlich ungemütlich. Und nun stand er auf einmal in diesem großen Raum, mit viel Platz und der Vorstellung, wie gemütlich es hier einmal werden könnte.</p>
<p>Im zweiten Raum stand schon ein Herd und ein paar Schränke hingen an der Wand. Nur die alte Tapete verriet, dass hier lange niemand mehr gewesen war. Im Gegensatz zur großen Bibliothek war dieser Raum länglicher, bot kaum Platz für einen Tisch mit zwei Stühlen. Doch viel mehr bedarf es hier auch nicht. Ein bisschen Kochen und gemütlich essen musste man hier nur können. Wenn es noch ein wenig Ablagefläche für ein paar Gartenkräuter gäbe, wäre er glücklich.</p>
<p>Die Zeit erschien ihm ewig, nahezu endlos, da kein Ende in Sicht war. Keine Möglichkeit, die Tage zu zählen, sich mit Durchhalteparolen zum Weitermachen anzutreiben. Und trotzdem hatte er es geschafft, hatte überlebt, es überlebt.</p>
<p>Der Flur erschien ihm endlos. Kaum war man durch die Eingangstür eingetreten, stand man in der Empfangshalle, so zumindest kam es ihm vor. Die Decke schien unerreichbar. Ging man dann an der Küche und dem Schlafzimmer rechts vorbei, so bog der Flur nach links und gab den Blick am Ende des Ganges direkt in den Salon frei. Links befand sich die große Bibliothek. An die Familie hatte er oft gedacht. An die Frau, noch ohne Kinder. In Gewissheit, in der Stadt auf ihn wartend. Die kurzen Briefe aus der Ferne waren wohl nur selten angekommen. Zurück bekam er nie welche. Aber er wusste, dass sie warten würde.</p>
<p>Der Salon war noch ein Stückchen großer als die Bibliothek. Doch im Gegensatz zu ihr waren die Wände an der Decke mit geschnörkeltem Stuck. Hinter den großen Fensterflügeln fand sich ein kleiner Balkon, umrahmt von einem verzierten Stahlgerüst, gerade breit genug für einen Stuhl. Er stellte sich vor, wie er am ersten warmen Frühlingstag auf dem weißen Holzstuhl aus der Bibliothek auf dem Balkon sitzen, den Vögeln beim Singen zuhören oder aber ein Buch lesen würde. Bei dem Gedanken wurde ihm glatt ein bisschen warm in der Brust.</p>
<p>Kalt war es in den Zelten immer gewesen. Und feucht. Es war eine Tortur, am Tag auf dem Feld, abends, wenn überhaupt möglich, in die Zelte, ein paar Stunden schlafen. Bis der Donner sie wieder weckte. Manchmal wünschte er, der Donner würde ihn nicht wecken. Er hatte keine Lust mehr gehabt. Eine Kugel in den Kopf und das wäre es gewesen. Doch er war zu feige, zu schwach, zu klug, zu nachsichtig. Jetzt freute er sich, dass er es nie getan hatte, dass es ihn nie getroffen hat.</p>
<p>Drei Jahre, acht Monate und vierzehn Tage später.<br />
Er stellte seine Tasche mit den wenigen zerfetzten Kleidern auf den Boden. Im Kamin im Salon lagen einige Holzscheite, die darauf warteten, entfacht zu werden. Damit die Kälte endlich auszog. Nie wieder Kälte, nie wieder Enge, nie wieder Ungemütlichkeit, das hatte er sich bei der Ankunft geschworen. Es klopfte an der Eingangstür. Mit bedachten Schritten verließ er den Salon, folgte dem Flur, rechts an der Bibliothek vorbei, links am Schlafzimmer, an der Küche. Er öffnete die Tür. Dort stand ein Frau, mit Kind im Arm.</p>
<p>Seine Frau, nicht sein Kind.</p>
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		<title>Stadtleben</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Aug 2010 22:12:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie verloren er sich in dieser Stadt vorkam. Überall um ihn herum scheinbar unendlich hohe Mauern aus Stahl und Beton und Glas, fast wie in einer tiefen Felsspalte. Und doch glitzerte und glänze es um ihn herum. Es schien taghell. Dort, wo er her kam war es nachts stockfinster. Lediglich die vereinzelten Straßenlaternen brachten etwas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie verloren er sich in dieser Stadt vorkam. Überall um ihn herum scheinbar unendlich hohe Mauern aus Stahl und Beton und Glas, fast wie in einer tiefen Felsspalte. Und doch glitzerte und glänze es um ihn herum. Es schien taghell. Dort, wo er her kam war es nachts stockfinster. Lediglich die vereinzelten Straßenlaternen brachten etwas Licht ins Dunkle.<br />
Um nicht weiter dieser Hilflosigkeit ausgeliefert zu sein, beschloss er in eines der zahlreichen gelben Taxis einzusteigen.<br />
Wo genau es hingehen sollte? Ganz egal. Nur dahin, wo die Freiheit nicht so beklemmend ist. Der Taxifahrer grummelte in seinem lateinamerikanischen Akzent nur das Wort Bayside und fuhr dann wortlos Richtung Süden. Je weiter sie sich der Bayside näherten, desto dunkler wurde es um ihn herum. Wortwörtlich schien es ihm, dass sie der Nacht entgegen fuhren. Ein Blick auf seine Uhr verriet ihm jedoch, dass es schon lange Nacht ist.<br />
Es erstaunte ihn, welche Macht doch von dieser Stadt ausging, wenn sie gar die Nacht ausblenden konnte. Bei dem Gedanken fuhr ihm ein kalter Schauer durch den Körper.</p>
<p>…</p>
<p>Am Zielort angekommen durchfuhr ihn erneut ein kalter Schauer. Dieses mal jedoch kam er von außen und nicht von innen. Ein frischer kühler Wind blies über die Straße. Welch ein Kontrast zur glänzenden Häuserschlucht. Hier konnte er über den Fluss auf die andere Seite blicken. Die hellen Strahler erleuchteten das gesamte Hafengebiet. Überall waren Container in allen erdenklichen Farben zu sehen. Durch dieses Labyrinth aus Containern huschten immer wieder großbeinige Fahrzeuge, die die großen Stahlkartons hin und her bugsierten. Ein interessantes Schauspiel.<br />
Er erinnerte sich an seine Eindrücke aus der Stadt. Auch hier huschten kleine Menschen durch diese riesige Schlucht aus Stahl, Beton und Glas. Diese Stadt, das war ihm nun klar, war ein einziger Ameisenhaufen, in dem alle scheinbar ziellos umher irrten. Die Stadt war ihm unheimlich. Auf dem Land, da war alles geordnet. Hier in der Stadt, da herrscht das pure Chaos.</p>
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		<title>Paris mon amour</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 22:19:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Raues Eisen schürft an den Fingerkuppen, die über das Geländer streifen. Die leichten weißen Schuhe bewegen sich über die Steinplatten, führen die Füße entlang der gotischen Brüstung. Der hellweiße Rock ihres Kleides weht im Wind, umtanzt ihre dünnen Oberschenkel. Das Oberteil schmiegt sich sanft an ihren Körper, der Wind unterstreicht ihre grazile Statur. Die Sonne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Raues Eisen schürft an den Fingerkuppen, die über das Geländer streifen. Die leichten weißen Schuhe bewegen sich über die Steinplatten, führen die Füße entlang der gotischen Brüstung. Der hellweiße Rock ihres Kleides weht im Wind, umtanzt ihre dünnen Oberschenkel. Das Oberteil schmiegt sich sanft an ihren Körper, der Wind unterstreicht ihre grazile Statur. Die Sonne scheint durch die giftgrünen Baumwipfel, erhellt ihr golden gelocktes Haar. Ihre Sommersprossen leuchten leicht rot, punkten ihr aschfahles Gesicht.</p>
<p>Der große Mann schlurft entlang der Promenade, genießt die ersten Strahlen der Frühlingssonne. Einen tiefen Zug des süßen Frühlingsdufts, auf der Suche nach neuer Kraft . Sein langer Mantel drückt auf seine Brust, schnürt ihm die Luft ab. Das kurze tiefschwarze Haar schimmerte feucht vom Gel, der Schweiß auf seiner Stirn perlte einfach so von seinen Haaren ab. Von der Seite schien ihm die Sonne ins Gesicht, die vielen Grübchen und Narben warfen in seinem Gesicht tiefe Schatten.</p>
<p>Die Taille lastet auf seiner Schulter, die Gebeine baumeln vor ihm. Mit einem sanften Wippen schwingt der Kopf mit den goldenen Haaren im Tackt der schweren Schritte. Die Arme hängen leblos gen Boden. Bis er sie auf die Brüstung setzt, ihre ganze Schönheit ihm ein letztes mal entgegen strahlt.</p>
<p>Als sie im Wasser aufschlägt, dreht er sich um und geht.</p>
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		<title>Kontraste</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 19:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn der Himmel sich verdunkelt, wenn der Wind auffrischt und die Luft dich zu erdrücken scheint. Wenn die Luft, die kalte, auf die Warme trifft. Wenn der Blitz den Himmel erhellt und die Bäume niederreißt. Wenn die Luft nach Sommer riecht. Dann bahnt sich etwas an. Dann knallt es. Sehe ich nach draußen, scheint das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn der Himmel sich verdunkelt, wenn der Wind auffrischt und die Luft dich zu erdrücken scheint. Wenn die Luft, die kalte, auf die Warme trifft. Wenn der Blitz den Himmel erhellt und die Bäume niederreißt. Wenn die Luft nach Sommer riecht. Dann bahnt sich etwas an. Dann knallt es.</p>
<p>Sehe ich nach draußen, scheint das Dunkle dunkler und das Helle heller. Die warme Luft wirkt noch viel wärmer. Der kalte Wind wirkt kälter. Ich will dann nicht mehr draußen sein, lieber drinnen, wo ich sicher bin.</p>
<p>Wenn es gewittert, dann scheint die Welt klarer.</p>
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		<title>Ästhetik</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 13:03:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mir ist etwas aufgefallen. Etwas schreckliches, aber unscheinbares. Die Welt verliert ihre Ästhetik. Überall wo man hinsieht, nur Formen, Farben, ohne Zusammenhang. Straße an Straße, darauf die Autos, Motorräder, LKW und Busse. Auf den Meeren die Schiffe, dampfend durch das Wasser stampfend. Alles ohne Zusammenhang. Der Zusammenhang, er fehlt, wo man nur hinsieht. Das große [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir ist etwas aufgefallen. Etwas schreckliches, aber unscheinbares. Die Welt verliert ihre Ästhetik. Überall wo man hinsieht, nur Formen, Farben, ohne Zusammenhang. Straße an Straße, darauf die Autos, Motorräder, LKW und Busse. Auf den Meeren die Schiffe, dampfend durch das Wasser stampfend. Alles ohne Zusammenhang. Der Zusammenhang, er fehlt, wo man nur hinsieht. Das große Ganze, es ist verschwunden.</p>
]]></content:encoded>
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