Art has got nothing to do with taste. — Max Ernst


Geschichten getaggt mit ‘hell’

Paris mon amour

8. März 2010 von Michael

Raues Eisen schürft an den Fingerkuppen, die über das Geländer streifen. Die leichten weißen Schuhe bewegen sich über die Steinplatten, führen die Füße entlang der gotischen Brüstung. Der hellweiße Rock ihres Kleides weht im Wind, umtanzt ihre dünnen Oberschenkel. Das Oberteil schmiegt sich sanft an ihren Körper, der Wind unterstreicht ihre grazile Statur. Die Sonne scheint durch die giftgrünen Baumwipfel, erhellt ihr golden gelocktes Haar. Ihre Sommersprossen leuchten leicht rot, punkten ihr aschfahles Gesicht.

Der große Mann schlurft entlang der Promenade, genießt die ersten Strahlen der Frühlingssonne. Einen tiefen Zug des süßen Frühlingsdufts, auf der Suche nach neuer Kraft . Sein langer Mantel drückt auf seine Brust, schnürt ihm die Luft ab. Das kurze tiefschwarze Haar schimmerte feucht vom Gel, der Schweiß auf seiner Stirn perlte einfach so von seinen Haaren ab. Von der Seite schien ihm die Sonne ins Gesicht, die vielen Grübchen und Narben warfen in seinem Gesicht tiefe Schatten.

Die Taille lastet auf seiner Schulter, die Gebeine baumeln vor ihm. Mit einem sanften Wippen schwingt der Kopf mit den goldenen Haaren im Tackt der schweren Schritte. Die Arme hängen leblos gen Boden. Bis er sie auf die Brüstung setzt, ihre ganze Schönheit ihm ein letztes maö entgegen strahlt.

Als sie im Wasser aufschlägt, dreht er sich um und geht.

Jahreszeiten

10. Oktober 2009 von Michael

Der Herbst marschiert
linkszwodreivier
mit festen Schritten
auf die Türe zu bis
zu geschlagen sie
ihm vor der Nase wird

Der Winter marschiert
linkszwodreivier
mit festen Schritten
auf die Türe zu bis
zu geschlagen sie
ihm vor der Nase wird

Der Frühling marschiert
linkszwodreivier
mit festen Schritten
auf die Türe zu die
mit breitem Lächeln sie
ihm aufgehalten wird

Der Sommer marschiert
linkszwodreivier
mit festen Schritten
auf die Türe zu die
mit breitem Lächeln sie
ihm aufgehalten wird

M.

6. Juni 2009 von Michael

M. Mittleres Alter, mittelgroß gewachsen, mildes Gesicht. Mit besonders viel Mitgefühl trat er den armen Menschen entgegen. Man könnte meinen, er sei ein mitfühlender Mensch. Manchmal mehr, manchmal weniger. Ein Mensch.

Das Fenster in den Himmel

20. März 2009 von Michael

Der große Platz, vor dem Theater, mitten in der Stadt, ist das Fenster in den Himmel. Es ist der Freiraum in der Bedrängnis der Stadt. Die Sauerstoffblase in dem Meer aus Menschen und schlechter Luft. Der Puffer zwischen den Reibeisen der Zeit.

Experiment: Der Mann in der Stadt

17. März 2009 von Michael

Ich möchte hier ein kleines Experiment veranstalten. Es geht darum, wie verschiedene Menschen sich bestimmte Situationen, Gegenstände und Ähnliches vorstellen, die sie in einer Geschichte oder einem Text lesen. Darum bitte ich jeden, der diesen kurzen Text liest, in den Kommentaren seine Vorstellung zu schildern. Damit das “Ergebnis” nicht verfälscht bzw. Kommentare nicht durch andere beeinflusst werden, bleiben Kommentare erst einmal verborgen. Ich bin nun aber sehr gespannt auf das Ergebnis.

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