Der große Platz, vor dem Theater, mitten in der Stadt, ist das Fenster in den Himmel. Es ist der Freiraum in der Bedrängnis der Stadt. Die Sauerstoffblase in dem Meer aus Menschen und schlechter Luft. Der Puffer zwischen den Reibeisen der Zeit.
Geschichten getaggt mit ‘hell’
Experiment: Der Mann in der Stadt
17. März 2009 von MichaelIch möchte hier ein kleines Experiment veranstalten. Es geht darum, wie verschiedene Menschen sich bestimmte Situationen, Gegenstände und Ähnliches vorstellen, die sie in einer Geschichte oder einem Text lesen. Darum bitte ich jeden, der diesen kurzen Text liest, in den Kommentaren seine Vorstellung zu schildern. Damit das “Ergebnis” nicht verfälscht bzw. Kommentare nicht durch andere beeinflusst werden, bleiben Kommentare erst einmal verborgen. Ich bin nun aber sehr gespannt auf das Ergebnis.
Frühlingsrausch
14. März 2009 von MichaelHerbstlaub liegt im Busch. Ihm fällt diese Sonderheit erst jetzt auf, als er durch die Straße vor dem großen Wohnhaus schlendert. Eigentlich, so fühlt es sich für ihn an, ist jetzt Frühling.Â
Die Luft die ihn umgab roch nach frischen Blüten, den jungen Blättern an den Bäumen und nach der Erde, die von der stärker werdenden Sonne erwärmt wurde. Genüsslich zog er sie durch seine Nase und inhalierte sie. Die Luft war ihm fast schon zu schade zum ausatmen. Doch der Wunsch nach dem erneuten Genuss der frischen warmen Luft ließ ihn die Luft doch noch wieder preisgeben.Â
Die Sonne hüllte ihn in ein wohlig warmes Gefühl von Geborgenheit. Je länger er durch die Straße ging, desto wohler fühlte er sich. Nur als ein frischer Windzug durch sein langes Haar wehte, fröstelte es ihn. Ein kalter Schauer lief ihm an den Armen entlang. Gänsehaut überzog seine Arme und seine Beine.
Dem kalten Windzug folgte die Verdunkelung der Sonne durch vorbeiziehende Wolken. Hohe tiefweiße Cumuluswolken schoben sich zwischen ihn und die Sonne. Ein frischer kalter Wind zog durch die Straße und wirbelte einige vertrocknete Herbstblätter durch die Luft. Er fühlte sich wieder an den gerade erst vergangenen Winter erinnert. Schlagartig schien die Temperatur abzunehmen und ihm wurde kalt. Seine Stimmung schwankte und drohte sich in Trauer zu verwandeln.
Doch just in diesem Augenblick verzog sich die Wolke und gab den Weg zwischen ihm und der Sonne wieder frei. Es war wieder Frühling
Straßenleben #2
9. Dezember 2008 von MichaelManchmal, da beobachte ich die herbstlich gefärbten Blätter beim Herunterfallen. Ich bin sehr angetan davon, wie leise, langsam und sanft die Blätter zu Boden sinken. Ich genieße es, dies mit anzusehen. Die Menschen gehen gerne im Herbst spazieren. Oft kann ich von meinem Fenster aus beobachten, wie Kinder durch das bunte Laub tollen und ein paar Meter dahinter die Mutter und der Vater, Arm in Arm, hinterher schlendern. Es steht diesen Menschen ins Gesicht geschrieben, wie sehr sie dies genießen.
Mir ist aufgefallen, dass der Herbst die einzige Jahreszeit zu sein scheint, in der Menschen besonders gerne spazieren gehen. Wahrscheinlich liegt das an dem bunten Laub, dass überall herumliegt und langsam auf den Winter einstimmt. Dann wird es auch langsam kühler und man muss sich dick ein-
packen, wenn man nach draußen will. Aber man kann sich dann auch um so mehr auf ein heißes Getränk in der warmen Wohnung freuen.
Ich mag den Herbst. Nicht nur wegen des bunten Laubs, sondern auch wegen der Stimmung, die er verbreitet. Die Hektik scheint allmählich zu verfliegen und die großen Anstrengungen des Sommers werden langsam vergessen. Alles wird langsamer, die Blätter die von den Bäumen segeln, das Wochenende, weil man nicht mehr zum See oder an den Strand hetzen muss, um den besten Platz zu ergattern. Stattdessen kann man gemütlich mit der Familie oder aber auch alleine einfach nur raus gehen, spazieren.
Der Herbst ist naturtreuer als der Sommer, er ist schöner und gemütlicher.
Meine liebste Jahreszeit ist der Herbst.
Calling the Birds
5. Dezember 2008 von MichaelImmer schneller laufen. Die Sonne steht in ihrem Zenit, der Himmel erstrahlt im tiefsten Blau.
Angetrieben von der Lust, von der guten Laune, von der Lebenslust, geht es immer weiter gerade aus. Die frische Luft reinigt die Lunge und sorgt für immer neue Energie.
Wie Trommelschläge, immer im Takt, stoßen die Füße, abwechselnd den Boden hinfort um wieder ein Stück weiter zu kommen.
Das Ziel ist noch unbekannt, doch die Neugierde treibt voran. Liefert die Wegbeschreibung, die Route, den Weg.
Ein Blick gen Himmel verrät, der Weg ist das Ziel, der Weg ist die Richtung und die Richtung ist die Richtige.
Eine Art Euphorie steigt empor und beflügelt die Bewegung. Alles läuft auf einen Höhepunkt hinaus. Das Ende ist nahe.
Am Ende steht man an einem Abgrund, sieht die Ferne, wie alles strahlt und leuchtet. Das Bild ist fantastisch, der Lohn für alles, erhaben.
Am Ende ist es nur ein Schritt in den Abgrund.
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