In einer kleinen Gasse, so wie es sie nur zu Hauf in Paris um 1920 gab, befand sich ein kleiner Spielzeugladen. Dieser Spielzeugladen war schon in der zweiten Generation in Familienbesitz und die jetzige Besitzerin führte das Geschäft schon seit über fünfundzwanzig Jahren.
In dem winzigen kleinen Schaufenster des Ladens standen einige wenige Porzellanpüppchen und ein paar Möbel für Puppenhäuser. Sobald jemand das kleine Geschäft betrat, klingelte ein Glöcklein, dass über der Tür angebracht war und neue Kundschaft ankündigen sollte.
Die Einrichtung des Lädchens bestand aus einigen wenigen Regalen und zwei Vitrinenschränken. In den Regalen standen liebevoll geschriebene Kinderbücher. Hinter den Glastüren der Vitrinenschränke verbargen sich die wahren Schätze dieses Lädchens.
Sorgfältig ausgewählt standen winzige Teekannen, Tassen, Teller, kleine Schränkchen und Vitrinen für Besteck und jene Kannen, Tassen und Teller in den Vitrinenschränken. Dort standen auch ganze Puppenhäuser samt Einrichtung. Liebevollst wurden diese Häuser von der Ladenbesitzerin eingerichtet, als ob sie diese für ihre eigenen Kinder eingerichtet hätte. Die Liebe einer Mutter zeichnete diese Puppenhäuser aus und machten sie so einzigartig.
Doch die Besitzerin war keine Mutter, sie hatte keine Kinder und auch keine Mann, mit dem sie Kinder haben können würde. Vielleicht war das der Grund, weshalb die Besitzerin so viel Herzblut in den Bau ihrer Puppenhäuser steckte. Doch niemand ihrer Käufer fragte jemals danach, wieso sie die
Heime so liebevoll und mit so viel Hingabe baute.
Geschichten getaggt mit »Intermezzo«
Das Spielzeuggeschäft #1
23. September 2008 von MichaelYou’re a lucky guy
6. September 2008 von MichaelEr kam sich so unbedeutend vor in dieser Schlucht aus Wohnhäusern im Art Déco Stil. Auf der Straße schlichen nur ein paar wenige Autos vorbei, ganz anders als es sonst üblich war. Aber das lag wohl daran, dass es schon nach sieben Uhr abends war, die meisten Menschen zu Hause saßen, bei ihren Familien, und daran, dass es draußen einfach kalt war.
Der Winter hatte die Stadt im Griff und sie den Tag über mit einer dicken weißen Schicht aus Schnee überzogen.
Mit leisen Schritten ging er durch die Wohnhäuserschluchten, ohne ein Ziel zu haben. In seinem Kopf spielten Saxophone, Trompeten, Violinen, Kontrabässe und das Schlagzeug einen sanften Swingsound, den er vor sich her summte. Den Takt zu seinem Lied gab der knacksende Schnee unter seinen Schuhen an. Es war ein langsamer sanfter Takt der mit jeder weiteren Minute, die er dort draußen auf den sich leerenden Straßen verbrachte, langsamer, ruhiger und auch melancholischer wurde.
Als er nun schließlich in die Morgan Street abbog, beschleunigte sich sein Schritt und der Takt wieder. Die Melancholie verflog und wich einer leichten Euphorie. Er näherte sich immer mehr dem Jazzklub. Dem Jazzklub, in dem er so viel Zeit wie nur möglich verbrachte, weil ihm die Musik so viel gab. Wo sie ihm Lebensfreude gab, Spaß und was für ihn das Wichtigste war: Wo sie ihn den harten Arbeitsalltag in der Fabrik, am Stadtrand vom Chicago der 1930er Jahre, vergessen ließ. So entfernte er sich immer mehr von seinem Arbeitsalltag und näherte sich dem Jazzklub, aus dem der Klang des Klaviers immer lauter und lauter wurde. Bis er schließlich vor dem Jazzklub stand.
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Das Haus
3. September 2008 von MichaelUnweit eines idyllischen kleinen Bächleins lag dieses große Rotklinkerhaus. An der Stirnseite dieses altehrwürdigen Gebäudes besaß es genau drei Fenster auf der oberen Etage und zwei Fenster und eine Tür auf der unteren Etage. Auf der Rückseite besaß dieses alte Haus jeweils sechs Fenster auf dem oberen Geschoss und fünf Fenster und eine Tür auf dem unteren Geschoss. Das Dach des Hauses war leichte geschräget und geteert.
Umgeben war das Haus von vielen Büschen und Sträuchern, einigen Birken und Eichen.
Vor dem Rotklinkerhaus befand sich ein kopfsteingepflasterter Platz vor dem sich zudem ein kleiner Park befand. Dieses Pärkchen bestand nur aus einem befestigten Weg der eingefasst war von kleinwüchsigen Hecken und mitten durch einen Birkenhain führte. Im Sommer konnte sich, wer wollte, auf die schattige Bank in der Mitte dieses Pärkchens setzen und dem Rauschen der Birkenblätter lauschen. Die meisten Menschen allerdings, eilten nur vorbei um schnell über den Vorplatz durch das alte Haus auf den Bahnsteig zu gelangen. Dort wartete meist auch schon ein gurgelnder weinroter Dieselschienenbus der Deutschen Reichsbahn, um die Gehetzten in die nächste Stadt zu schaffen.