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	<title>ohne_titel &#187; Mann</title>
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	<description>Warme Worte auf warmem Grund.</description>
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		<title>Monotonie #1</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 09:19:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mehrteilig]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Mann]]></category>
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		<description><![CDATA[Jeden Morgen die gleiche Prozedur. Der Wecker klingelt. Einmal Schlummern geht noch. Das ganze drei mal, dann muss er sich doch aufraffen, sich aus dem Bett hieven, erst mal aufsetzen und orientieren. Wenn das Bewusstsein so langsam wieder einsetzt muss er erst einmal den dringend benötigten Kaffee, schwarz und ohne Zucker, zur Aktivierung des gesamten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeden Morgen die gleiche Prozedur. Der Wecker klingelt. Einmal Schlummern geht noch. Das ganze drei mal, dann muss er sich doch aufraffen, sich aus dem Bett hieven, erst mal aufsetzen und orientieren. Wenn das Bewusstsein so langsam wieder einsetzt muss er erst einmal den dringend benötigten Kaffee, schwarz und ohne Zucker, zur Aktivierung des gesamten Organismus einfüllen. Erst dann kann er sich unter die Dusche stellen, Anziehen, schnell eine Schüssel Müsli hinunterschlingen und sich auf den Weg zur Arbeit machen. Aus der Haustür raus, das altbauliche Treppenhaus mit den knarrenden Dielen hinunter, die jeden Bewohner dieses Hauses verständlich machen, dass er seine Wohnung verlassen hat, durch die große hölzerne Eingangstür auf die Straße. Der Morgen ist an diesem Tag ziemlich kühl, kleine Schwaden seiner Atemluft vernebeln ihm die Sicht.<br />
<span id="more-355"></span><br />
Die S-Bahnstation ist nur gute drei Gehminuten entfernt. Trotzdem kostet es einiges an Energie durch die kalte Luft zu hetzen, um die Bahn zu erreichen, die ihn auf den letzten Drücker noch ins Büro bringt. Etwas Gutes hat es aber, in dieser Bahn findet er immer einen Sitzplatz. Es ist schon angenehmer, die 25 Minuten Fahrt vom Randbezirk in die Innenstadt sitzend verbringen zu können. Dann bietet es sich nämlich an, noch einmal ein paar Minuten die Augen zu schließen und sich kurz vor die Tiefschlafphase ruckeln zu lassen. Alle 3 bis 5 Minuten wird er geweckt von den brachial gewaltsam zusammenschlagenden Türen, kurz bevor der Zug eine Station verlässt. Fünfmal kann er es knallen hören, bevor er selbst aussteigen muss.<br />
Heute hat er diese 25 Minuten besonders nötig. Die Nacht war kurz und er hat kaum ein Auge zugetan. Liegt womöglich am Vollmond. Zumindest scheint ihm das die einfachste Erklärung zu sein und in Anbetracht der Tatsache, wie nötig er diese 25 Minuten hat, genügt ihm diese Antwort. Es knallt das erste Mal. Es knallt das zweite Mal. Es knallt das dritte Mal. Es knallt das vierte Mal. Es stößt ihn am Knie.<br />
Um zu erfahren, wer oder was ihn da am Knie gestoßen hat, muss er wohl oder übel die Augen aufmachen. Eine recht hübsche junge Frau lächelt ihn an und entschuldigt sich für ihren Rempler. „Keine Ursache“, nuschelt er in seinen müden Bart.</p>
<p>Da er schon an der übernächsten Station aussteigen musste, unternahm er keinen Versuch mehr, ein wenig Schlaf nachzuholen. Stattdessen sah er die Häuser der Stadt am Fenster vorbeiziehen. Nachdem zum fünften mal die Türen gewaltig aneinander geschlagen sind stand er auf und stellte sich an die Tür, stieg an der nächsten Haltestelle aus und begab sich in einen dieser tristen Bürotürme in der Innenstadt. Er stieg in den Fahrstuhl, fuhr in den 6. Stock, folgte einem langen nur mit Leuchtstoffröhren fahl beleuchteten Flur und erreichte dann nach einer Minute seinen Schreibtisch. Lethargisch trieb er durch den Tag bis er am Abend das Büro wieder gen Zuhause verlassen konnte.</p>
<p>Wieder die gleiche Prozedur. Nur umgekehrt. Durch den tristen Flur, in den Fahrstuhl, aus dem Büroturm, in die S-Bahn, fünfmal Türen knallen, drei Minuten gehen, durch die Eingangstür, das Treppenhaus hinauf und wieder Zuhause. Sein Gehirn hat einfach in den Leerlauf geschaltet. Ganz automatisch geht er in die Küche und schmiert sich zum Abendbrot ein paar Brote. Mit den Broten geht es dann vor den Fernseher, bloß keine großen intellektuellen Denkleistungen mehr. Ist auch schon 10 Uhr durch. Da wird das Programm auch nicht mehr anspruchsvoller. Er könnte heute auch mal etwas früher ins Bett gehen. Schließlich hat er letzte Nacht zuwenig geschlafen. Irgendwann muss er den Schlaf ja aufholen. Am besten heute Nacht.</p>
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		<title>Wiederkehr</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 14:36:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Intermezzo]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Mann]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich war gestern bei einem Fotografen. Für einen neuen Personalausweis brauchte ich Passbilder, die ich beim Fotografen machen lassen wollte. Also bin ich gestern Morgen in die Stadt gegangen und habe mich auf die Suche nach einem Fotografen begeben. In einer Straße, kurz vor dem großen Platz bin ich dann auch fündig geworden. In dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war gestern bei einem Fotografen. Für einen neuen Personalausweis brauchte ich Passbilder, die ich beim Fotografen machen lassen wollte. Also bin ich gestern Morgen in die Stadt gegangen und habe mich auf die Suche nach einem Fotografen begeben. In einer Straße, kurz vor dem großen Platz bin ich dann auch fündig geworden. In dem recht düsteren Schaufenster standen akkurat eingerahmte Portraits verschiedenster Menschen aufgereiht. Der Raum hinter dem Schaufenster, der Verkaufsraum sozusagen, bot ein ähnliches Bild. Nur wurden hier die unzähligen eingerahmten Bilder von diversen Stromsparlampen angestrahlt. Als Verkaufstresen diente eine alte Holzvitrine mit oben aufliegender Glasplatte. Ihrer Anmutung nach stammte sie aus den späten 60er oder frühen 70er Jahren. Vielleicht stand sie vorher bei einem Juwelier. Auf der Vitrine stand neben einer alten, historischen Papierschneidemaschine von Agfa eine alte Registrierkasse. Keine alte stählerne, sondern eine futuristisch Anmutende mit grüner Plastikverkleidung.</p>
<p>Ich stand nun also in diesem Laden, dessen Inneres schon verriet, dass hier ein alter und deshalb auch erfahrener Fotograf arbeitete. Nachdem ich dem zeitungslesenden Mann mein Anliegen geschildert hatte, führte er mich in das Studio. Das Studio war spärlich ausgestattet, eine Kamera samt Stativ, eine Leuchte für den Hintergrund und ein großer Blitz samt Softbox standen um einen weißen Klappstuhl herum. In der rechten Raumecke neben der Tür stand zudem noch ein Regal mit einigen fotografischen Utensilien, sowie ein modernerer Fotodrucker.</p>
<p>Ich sollte dann Platz nehmen auf dem Klappstuhl, der trotz seiner Einfachheit einen weichen Sitzbezug hatte. Mit klaren Anweisungen zur Haltung, Blickrichtung und Mimik brachte der Fotograf zügig drei sehr ansehnliche Portraitfotos von mir Â auf die Speicherkarte seiner Kamera. Ich konnte mir von den Dreien eines aussuchen, dass ich dann in vierfacher Ausführung als Passfoto nach kurzer Zeit in Empfang nehmen konnte. Bevor er mir die Bilder aushändigte musste er sie jedoch erst noch zerschneiden, da der Fotodrucker die vier identischen Bilder auf einem Blatt ausgedruckt hatte. Mit schnellen und ebenso präzisen Schnitten zerteilte der Mann das Blatt in vier Teile und entfernte sorgfältig alles überschüssige Material.</p>
<p>Diese Präzision und diese Schnelligkeit stellten das Können und das Wissen über das Handwerk des Fotografen zweifelsfrei unter Beweis. Beeindruckt davon und berührt von der Atmosphäre in diesem kleinen Geschäft kam in mir ein Gefühl zurück, dass ich schon lange vermisst und aufgegeben hatte. Seit diesem gestrigen Tag spüre ich wieder das Verlangen, eine Kamera in der Hand zu halten und die Welt mit dem Blick durch den Sucher eben jener festzuhalten.</p>
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		<title>Alter Mann</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 12:57:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Intermezzo]]></category>
		<category><![CDATA[dunkel]]></category>
		<category><![CDATA[kalt]]></category>
		<category><![CDATA[Mann]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein alter einsamer Mann stand dort an Deck dieses riesigen Dampfschiffs. Nebelschwaden, feiner Nieselregen und die kühle Morgenluft hingen schwer über dem Schiff. Der Mann lehnte sich an die Reling und zog an seiner Pfeife. Kleine Rauchwolken stiegen empor und vereinigten sich mit dem Nebel. Er ließ den Blick schweifen, hinaus in den Nebel, hörte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein alter einsamer Mann stand dort an Deck dieses riesigen Dampfschiffs. Nebelschwaden, feiner Nieselregen und die kühle Morgenluft hingen schwer über dem Schiff.<br />
Der Mann lehnte sich an die Reling und zog an seiner Pfeife. Kleine Rauchwolken stiegen empor und vereinigten sich mit dem Nebel.<br />
Er ließ den Blick schweifen, hinaus in den Nebel, hörte wie sich das Schiff durch das Meer schob und dabei schwer schnaufte. Es herrschte eine bedrückende Stille.<br />
Gemächlich drehte er sich um und ging ein Deck tiefer in seine Kabine. Erschöpft von der frischen Morgenluft sank er auf sein Bett.<br />
Der alte Mann nahm ein in Leder gebundenes Buch, schlug es auf und begann darin zu lesen.<br />
Jeden Tag eine Seite, ein Kapitel aus dem Tagebuch. Dem Tagebuch seiner Frau.</p>
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