Der Dichter ist der Ingenieur der Seele. — Josef Stalin


Geschichten getaggt mit »Wind«

Kontraste

14. Juni 2009 von Michael

Wenn der Himmel sich verdunkelt, wenn der Wind auffrischt und die Luft dich zu erdrücken scheint. Wenn die Luft, die kalte, auf die Warme trifft. Wenn der Blitz den Himmel erhellt und die Bäume niederreißt. Wenn die Luft nach Sommer riecht. Dann bahnt sich etwas an. Dann knallt es.

Sehe ich nach draußen, scheint das Dunkle dunkler und das Helle heller. Die warme Luft wirkt noch viel wärmer. Der kalte Wind wirkt kälter. Ich will dann nicht mehr draußen sein, lieber drinnen, wo ich sicher bin.

Wenn es gewittert, dann scheint die Welt klarer.

Ohne Titel 5

10. September 2008 von Michael

Das Haar gab der bewegenden Luft nach. Es gab auch der Schwerkraft nach, denn es hing gerade nach unten. Wären die Haare kürzer gewesen, wäre es wohl niemandem aufgefallen. Doch die Haare gingen ihr normalerweise bis zur Schulter. Das Haar war blond, nicht sehr hell, aber auch nicht dunkel. Manchmal sahen ihr die Menschen auf der Straße nach, wenn sie an ihnen vorbei ging und sich ihr Haar, fast so wie jetzt, dem Wind beugte und mitschwang. Nur eben nicht kopfüber.
Die Menschen von den Straßen sehen ihr nun auch nicht mehr wegen ihrer Schönheit nach. Ihre Haut ist dafür nun viel zu blass. Man sieht ihr die Kälte an. Die Menschen von den Straßen würden sie sicher nicht beachten, vielleicht sogar wegsehen, wenn sie könnten.
Aber sie sehen nicht weg. Denn es fesselt sie, wie sie da nun kopfüber, mit ganz blasser Haut, vom Baum hängt. Die Straßenmenschen sehen sie gierig entsetzt an. Gierig mustern sie sie, obwohl sie nicht mehr so schön ist, wie sie es noch gestern gewesen war. Sie ist nicht mehr schön. Sie ist tot.